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Abstieg auf der Sunnleitn

Gelblich-rot waren die Blätter, kühl der Morgen, klar der Himmel und gegen Mittag wehte uns ein laues Lüftchen ins Gesicht, das von Süden kam, wo die Berge niedriger und noch nicht mit Schnee bedeckt waren.

Die Sonne brannte an gut geschützten Stellen an den schier endlosen Hängen des Etschtals, so dass wir auch bei dem nicht enden wollenden Abstieg ins Schwitzen kamen. Die Luft duftete nach Wein, reifem Obst und zu welken beginnendem Laub und aus dem Tal drang das Rauschen der wilden Etsch, die ihre gesamte Kraft erst im Frühjahr zur Schneeschmelze entfalten würde, zu uns empor.

Der Abstieg war steiler und länger als alle, die wir bisher gegangen waren. Mehr als einen Kilometer Höhenunterschied galt es über die Sunnleitn von Vöran nach Burgstall zu überwinden. Und der Weg war steinig und schlängelte sich den bewachsenen Hang hinunter. Der Blick war einzigartig. Vor uns erhoben sich 3000er der Ortler- oder der Texelgruppe. Immer wieder kamen uns Frauen und Männer entgegen, die den steilen Steig nicht etwa hochliefen und schnauften sondern den Berg hinauf rannten und uns dabei noch mit einem breiten Grinsen einen schönen Nachmittag wünschten.

Nach fast drei Stunden hatten wir endlich das Örtchen Burgstall erreicht und unsere Oberschenkel dankten uns die ersten Schritte auf halbwegs geradem Gelände, auch, wenn sie uns noch in den nächsten Tagen schmerzlich an unsere „kleinere“ Tagestour auf der Sunnleitn erinnerten.

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